Die Scherben der Keramiktasse klirrten noch über den langen Holztisch, als der erste schwarze Mercedes-Benz G-Wagen lautlos vor den Panoramafenstern zum Stehen kam. Dann ein zweiter. Dann drei weitere. Dann die Bentleys. Innerhalb von neunzig Sekunden war der gesamte Bordstein vor dem industriellen Café von einem privaten Konvoi besetzt, der weniger nach Transport aussah als nach einer Kriegserklärung.

Kanes spöttisches Lächeln erstarrte. Die Männer hinter ihm – breitschultrig, rasiert, in taktischen Jacken – verlagerten ihr Gewicht. Einer von ihnen murmelte etwas Tiefes und Hässliches in einer Sprache, die nicht Englisch war. Niemand antwortete.
Elias legte das Telefon ohne Hast ab. Er legte es mit dem Display nach unten neben den sich ausbreitenden Kaffeefleck und die weißen Scherben. Sein silbernes Haar fing das warme Nachmittagslicht ein; der kurze graue Bart wirkte fast weich. Nur seine Augen waren hart.
„Du hast gefragt, wen ich angerufen habe“, sagte er, die Stimme immer noch ruhig, fast beiläufig. „Ich habe sie angerufen.“
Türen öffneten sich in perfekter Abfolge. Zwölf Männer stiegen aus. Sie trugen dunkle Maßanzüge, nicht die billigen, die über Muskeln spannten, sondern die teuren, die geschnitten waren, um sie zu verbergen. Keine sichtbaren Waffen. Keine erhobenen Stimmen. Sie bildeten einfach einen lockeren Halbkreis zwischen dem Café-Eingang und den geparkten Fahrzeugen und warteten.
Kane erholte sich als Erster. Er lachte einmal, scharf und erzwungen.
„Alter Mann, du glaubst, ein Dutzend Bodyguards schüchtern uns ein? Wir besitzen diese Seite des Flusses. Du hast das falsche Café gewählt.“
Elias neigte den Kopf ein Stück, als wäge er die Aussage auf ihren intellektuellen Wert ab.
„Ihr besitzt nichts“, erwiderte er. „Ihr mietet Raum. Und der Mietvertrag läuft gerade ab.“

Einer der Biker – groß, der Nacken dick mit Tinte – machte einen Schritt nach vorn. Kane hob eine Hand, und der Mann blieb stehen. Stolz kämpfte mit dem plötzlichen Verständnis, dass sich die Atmosphäre im Raum verändert hatte. Das warme Tageslicht strömte noch immer durch die hohen Fenster, die hängenden Industrielampen glühten noch, der polierte Beton spiegelte noch alles wider, aber die Luft selbst fühlte sich schwerer an.
Elias stand auf. Er tat es ohne Eile, streifte ein unsichtbares Staubkorn vom Ärmel seines dunkelblauen Anzugs. Das hellblaue Hemd blieb am Kragen geöffnet. Er sah aus wie ein pensionierter Universitätsprofessor, der in die falsche Nachbarschaft geraten war – bis man bemerkte, dass sich keiner der zwölf Männer draußen bewegte, bevor er es tat.
„Ich werde hier hinausgehen“, sagte Elias. „Du und deine Leute bleiben sitzen. Wenn einer von euch aufsteht, bevor ich die Tür erreiche, endet das Gespräch anders.“
Kanes Kiefer arbeitete. Das grausame Lächeln versuchte zurückzukehren und scheiterte.
„Und wenn nicht?“
Die Antwort von Elias war leise.
„Dann kommen die Männer draußen herein. Und sie sind weniger geduldig als ich.“
Die Stille dehnte sich. Irgendwo in der Küche zischte eine Kaffeemaschine und starb. Ein Stiefel eines Bikers schabte über den Beton. Sonst bewegte sich niemand.
Schließlich atmete Kane durch die Nase aus und setzte sich schwer zurück, schwer genug, dass der Stuhl knarzte. Die anderen folgten, langsamer, die Gesichter dunkel von der besonderen Wut, die entsteht, wenn man begreift, dass man von jemandem ausmanövriert wurde, der nie die Stimme erhoben hat.

Elias nickte einmal, fast höflich, und ging zu den Glastüren. Die zwölf Männer draußen traten gerade weit genug auseinander, um ihn passieren zu lassen. Er schaute nicht zurück.
Als sich die Fondtür des führenden G-Wagens hinter ihm schloss, starrte Kane auf den leeren Stuhl gegenüber. Die zerbrochene Tasse lag noch in Stücken. Kaffee tropfte langsam auf den polierten Boden.
Draußen starteten die Motoren in perfekter, teurer Eintracht. Der Konvoi fuhr so leise davon, wie er gekommen war, und hinterließ nur den grauen Himmel und das plötzliche, absolute Wissen, dass der alte Mann nie allein gewesen war.
