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Gen Z regelt: Am 31. Oktober gehen Zehntausende junge Menschen in 21 deutschen Städten auf die Straße

In ganz Deutschland bereiten sich Tausende junger Menschen auf einen Tag vor, der das Land möglicherweise verändern könnte. Am Samstag, dem 31. Oktober 2026, sollen ab 14 Uhr, will die Initiative „Gen Z regelt“ (auch bekannt als „Gen Z steht auf“) in 21 Städten gleichzeitig auf die Straße gehen. Mehr als 25.000 Personen haben sich bereits über die Website der Organisatoren angemeldet. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft, die Sicherheitsbehörden beobachten die Lage genau – und viele Eltern und Großeltern fragen sich: Was wollen diese Jugendlichen eigentlich?

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Die Bewegung kam nicht aus dem Nichts. Sie entstand in den Wochen, als in Frankreich Schülerproteste gegen marode Schulen und steigende Lebenshaltungskosten in Gewalt und Krawalle umschlugen. Bilder von brennenden Rathäusern und zerstörten Geschäften gingen um die Welt. In Deutschland beobachteten viele Jugendliche diese Ereignisse auf TikTok und Instagram – und beschlossen, etwas Eigenes zu starten. Nicht mit Gewalt, sondern mit einer klaren Botschaft: „Unsere Zukunft liegt in unseren Händen.“

Wer steckt hinter „Gen Z regelt“?

Die Initiative bezeichnet sich selbst als überparteilich. Mitinitiator Akram Selo erklärte gegenüber dem SWR und anderen Medien, dass man sich ausdrücklich von jeglicher Gewalt distanziere – sowohl gegen Menschen als auch gegen Eigentum. Auf der Website genz-regelt.de steht klar: „Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden.“

Die Organisatoren betreuen selbst fünf Städte: Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und München. In weiteren 16 Städten – darunter Bielefeld, Magdeburg, Herford und Paderborn – haben sich lokale Gruppen dem Aufruf angeschlossen. Die Anmeldung läuft über eine einfache Online-Registrierung. Jedes Gerät zählt einmal, und die Zahlen werden live aktualisiert. Am 22. Oktober standen bereits über 25.000 Zusagen im System.

Die Bundesschülerkonferenz hat sich der Protestbewegung angeschlossen. Generalsekretärin Amy Kirchhoff sagte: „Junge Menschen wollen nicht länger dabei zusehen, wie über ihre Bildung und über ihre Zukunft hinweg entschieden wird. Gen Z regelt das – aber nicht für eine politische Richtung, sondern für die acht Millionen Schüler, deren Zukunft auf dem Spiel steht.“

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Die sechs Kernforderungen der Bewegung

Im Positionspapier der Initiative werden sechs Themen klar benannt. Sie lesen sich wie eine Liste der Alltagsängste vieler Familien in Deutschland:

  • Kaputte Schulen und Sparkurs: Gespart wird bei Bildung, Sozialem, Kultur und Gesundheit. Suchtkliniken für Jugendliche schließen, Psychotherapie ist für viele kaum noch erreichbar.
  • Steigende Lebenshaltungskosten: Preissteigerungen, hohe Mieten und Armut belasten den Alltag. Viele junge Menschen können sich keine eigene Wohnung mehr leisten.
  • Unfaire Lastenverteilung: Die junge Generation trägt die Folgen von Sparmaßnahmen, während große Konzerne und Rüstungsausgaben wachsen.
  • Gegen die Wehrpflicht: Die Diskussion um eine Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht und die bereits begonnenen Musterungen für den Jahrgang 2008 sorgen für massive Unruhe.
  • Gegen mehr Überwachung: Der Ausbau des Überwachungsapparats wird als Eingriff in die Freiheitsrechte der Jugend gesehen.
  • Echter Klimaschutz jetzt: Die Klimakrise wird nicht als abstraktes Thema, sondern als direkte Bedrohung der eigenen Zukunft empfunden.

Besonders die Wehrpflicht-Debatte treibt viele junge Menschen um. Kanzler Friedrich Merz hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, dass Deutschland in Zukunft möglicherweise zur Wehrpflicht zurückkehren müsse. „Wir haben diese neue Modell der Dienstleistung auf freiwilliger Basis eingeführt. Ich will dem Ergebnis der Bewertung, die wir nächstes Jahr vornehmen werden, nicht vorgreifen, aber wir haben die Rückkehr zur Wehrpflicht nicht ohne Grund in unser Grundsatzprogramm aufgenommen“, sagte er auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn.

Für viele 16- bis 20-Jährige klingt das wie eine direkte Bedrohung. „Bildung statt Bundeswehr“ und „Keine Konskription – niemals wieder“ sind Slogans, die bereits auf früheren, kleineren Protesten zu sehen waren. Ende September und Anfang Oktober hatten schon mehr als 45.000 Schüler in rund 100 Städten gestreikt und gegen die Pläne der Regierung demonstriert.

Warum ausgerechnet der 31. Oktober?

Der Termin ist bewusst gewählt. Halloween-Nacht gilt in Deutschland traditionell als Tag, an dem es ohnehin zu Ausschreitungen und Pyrotechnik-Einsätzen kommt. Die Sicherheitsbehörden sind deshalb besonders sensibel. Der Berliner GdP-Landeschef Stephan Weh erklärte: „Wir beschäftigen uns mit denkbaren Szenarien, auch weil uns die Bilder aus Frankreich große Sorgen bereiten und wir über die Halloweennacht reden, bei der auf unseren Straßen eh gern mit Pyrotechnik hantiert wird.“

Innenminister und Polizeigewerkschaften haben klar Position bezogen. Andreas Roßkopf, Chef der Bundespolizei-Gewerkschaft GdP, sagte der Rheinischen Post: „Landes- und Bundespolizei werden auf Krawalle und Krawallmacher mit einer festen und entschlossenen Antwort reagieren.“ Gleichzeitig betont die Polizei, dass sie das Recht auf friedliche Versammlungen schützen werde. „Wachsam und entspannt“ – so beschreibt sich die Polizei selbst in ihrer offiziellen Haltung.

Hessens Innenminister Roman Poseck erklärte, die Sicherheitsbehörden hätten den Termin bereits „fest im Blick“. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz warnt, dass in NRW auch Akteure aus dem linksextremen Spektrum und dem auslandsbezogenen Extremismus für die Proteste mobilisieren. Die Organisatoren selbst weisen solche Verbindungen von sich und betonen immer wieder ihre Gewaltfreiheit.

Was die älteren Generationen wissen sollten

Viele Menschen über 50 beobachten diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Einerseits erinnern sie sich an die Schüler- und Studentenproteste der eigenen Jugend. Andererseits machen die Bilder aus Frankreich Angst. Wird es in Berlin, Köln oder München ähnlich aussehen wie in Paris oder Limoges?

Die Antwort der Organisatoren ist klar: Nein. „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt“, betonte Akram Selo. Die Bewegung will sichtbar sein, laut sein, aber friedlich bleiben. Sie lädt ausdrücklich auch Eltern, Lehrer und ältere Unterstützer ein, mitzugehen – solange die Botschaft der Jugend im Vordergrund bleibt.

In den sozialen Netzwerken kursieren bereits Videos, in denen junge Menschen aus Frankreich und Deutschland sich solidarisieren. „Wir stehen an der Seite der Streikenden in Frankreich, Belgien, Zypern und Albanien“, sagte der 16-jährige Elias Bernhard aus Hamburg. Solche Stimmen zeigen, dass die Proteste Teil einer europäischen Jugendbewegung sind, die ähnliche Themen verbindet: Bildungsmangel, hohe Lebenshaltungskosten und das Gefühl, nicht gehört zu werden.

Die wirtschaftlichen Hintergründe

Hinter den Forderungen steckt mehr als nur jugendlicher Unmut. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Viele Schulen in Deutschland sind sanierungsbedürftig. Der Lehrermangel ist in manchen Bundesländern dramatisch. Psychotherapieplätze für Jugendliche haben Wartezeiten von Monaten bis Jahren. Gleichzeitig steigen die Mieten in den Großstädten weiter, und die Diskussion um die Finanzierung der Renten und der Verteidigungslasten belastet die jüngere Generation besonders stark.

Kanzler Merz hat auf dem Investitionsgipfel in Berlin versucht, Optimismus zu verbreiten. Investoren hätten Zusagen von rund 230 Milliarden Euro gemacht. Amazon wolle 16 Milliarden investieren. Doch für viele junge Menschen klingt das nach fernen Zahlen, während der eigene Schulalltag von überfüllten Klassen und kaputten Toiletten geprägt ist.

Die Initiative „Gen Z regelt“ formuliert es so: „Wohin wir auch schauen, sehen wir Krisen und kaum eine Perspektive für uns.“ Diese Perspektive zu schaffen – das ist das eigentliche Ziel des 31. Oktober.

Wie die Städte sich vorbereiten

In Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München werden die größten Aufmärsche erwartet. In Bielefeld haben sich bereits über 2.000 Personen online angemeldet. In anderen Städten laufen die Anmeldungen ebenfalls. Die Polizei plant in allen betroffenen Kommunen verstärkte Einsätze. Gleichzeitig sollen die Demonstrationen so begleitet werden, dass friedliche Teilnehmer geschützt und potenzielle Störer frühzeitig isoliert werden können.

Die Erfahrung aus Frankreich zeigt, wie schnell eine ursprünglich friedliche Schülerbewegung von gewaltbereiten Gruppen unterwandert werden kann. Genau das wollen die deutschen Behörden und die Organisatoren verhindern. Deshalb die klare Distanzierung von Gewalt und die enge Kommunikation mit den Behörden.

Was nach dem 31. Oktober kommt

Die Organisatoren betonen: „Der 31. Oktober ist nur der Anfang.“ Sie wollen eine dauerhafte Stimme der Jugend schaffen. Ob das gelingt, wird sich zeigen. Sicher ist: Die Themen, die sie ansprechen – Bildung, Wohnen, Zukunftssicherheit und die Frage der Wehrpflicht – werden die politische Debatte in Deutschland in den kommenden Monaten und Jahren prägen.

Für die ältere Generation bedeutet das vor allem eines: Zuhören. Die Jugendlichen von heute sind die Steuerzahler, Rentenzahler und Entscheidungsträger von morgen. Ihre Sorgen ernst zu nehmen, könnte der beste Weg sein, um zu verhindern, dass aus friedlichen Protesten etwas Unkontrollierbares wird.

Am 31. Oktober ab 14 Uhr wird man in 21 deutschen Städten sehen, wie groß die Bereitschaft der Generation Z wirklich ist, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen. Die Zahlen der Anmeldungen deuten bereits darauf hin, dass es eine der größten Jugendmobilisierungen der letzten Jahre werden könnte.

Ob die Proteste friedlich bleiben und ob die Politik die Botschaft hört – das wird der 31. Oktober zeigen. Für viele Familien in Deutschland wird es ein Tag sein, an dem man genau hinschaut, was die eigenen Kinder und Enkel wirklich bewegt.

„Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie über unsere Zukunft entschieden wird, ohne dass wir gehört werden.“ – Gen Z regelt

Das ist die Kernbotschaft. Und sie wird am 31. Oktober in 21 Städten gleichzeitig laut werden.

Die Stimmen der Jugendlichen selbst

In den sozialen Medien und auf den ersten Solidaritätskundgebungen der vergangenen Tage werden konkrete Geschichten erzählt. Eine 17-jährige Schülerin aus München berichtet: „In meiner Klasse sitzen 34 Leute. Der Lehrer wechselt alle paar Monate. Die Toiletten sind seit zwei Jahren kaputt. Und jetzt soll ich mich auch noch mustern lassen für die Bundeswehr? Das ist nicht meine Zukunft.“

Ein 19-jähriger Student aus Berlin sagt: „Ich zahle 650 Euro für ein 12-Quadratmeter-Zimmer. Mein Nebenjob reicht gerade für Essen und Semesterticket. Wenn die Mieten weiter steigen und die Uni-Gebäude weiter verfallen, dann frage ich mich, wofür ich eigentlich lerne.“

Solche Aussagen findet man zu Hunderten unter den Posts der Initiative. Sie sind der eigentliche Motor der Bewegung. Es geht nicht um abstrakte Ideologie, sondern um den Alltag: zu kleine Klassenzimmer, fehlende Schulbücher, monatelange Wartezeiten beim Psychologen, unbezahlbare Wohnungen und die plötzliche Aussicht, in Uniform zu stecken.

Die Diskussion um die Wehrpflicht hat die Stimmung besonders angeheizt. Nachdem Merz in Bonn offen über eine mögliche Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht gesprochen hatte, explodierten die Kommentare unter den Videos der Initiative. „Nie wieder Zwangsdienst“ und „Unsere Körper gehören uns“ wurden zu Hashtags, die sich rasant verbreiteten.

Frankreich als Spiegel und Warnung

Die Bilder aus Frankreich haben in Deutschland eine doppelte Wirkung. Einerseits spornen sie an: „Wenn die es können, können wir es auch.“ Andererseits schrecken sie ab. In Limoges brannte das historische Rathaus. In Paris und Marseille kam es zu Plünderungen und schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Über 1.800 Festnahmen, Hunderte Verletzte – darunter Polizisten, Schüler und Lehrkräfte.

Die deutschen Organisatoren haben diese Bilder genau studiert. Deshalb die ständige Wiederholung: keine Gewalt, keine Zerstörung, keine Vermummung. Sie wissen, dass ein einziges brennendes Auto in Berlin oder Köln die gesamte Bewegung diskreditieren könnte. Gleichzeitig nutzen sie die europäische Welle, um zu zeigen, dass die Probleme der Jugend grenzüberschreitend sind.

In Belgien, Spanien, Italien und sogar in Albanien und Zypern gab es ähnliche Schüleraktionen. Die deutsche Initiative sieht sich als Teil dieses größeren Aufbruchs. „Der Funke ist nach Deutschland übergesprungen“, heißt es im Positionspapier.

Die Reaktion der Politik und der Sicherheitsbehörden

Die Politik reagiert gespalten. Linke Politikerinnen wie Ines Schwerdtner von der Partei Die Linke rufen dazu auf, die verschiedenen Bewegungen zu verbinden – „so wie in Frankreich“. Konservative und liberale Stimmen warnen vor einer Unterwanderung durch Extremisten. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz sieht bereits Mobilisierungsversuche aus dem linksextremen Spektrum.

Die Polizeigewerkschaften bereiten sich auf einen „Großdemotag“ vor. In mehreren Bundesländern werden Einsatzkräfte aus Nachbarstädten zusammengezogen. Gleichzeitig soll deeskalierend gearbeitet werden. Die Erfahrung zeigt: Je früher man mit den Organisatoren spricht und klare Regeln vereinbart, desto geringer ist das Risiko von Eskalationen.

Einige Innenminister haben bereits öffentlich erklärt, dass friedliche Demonstrationen geschützt, Krawalle aber entschlossen beendet werden. Diese Linie wird in den nächsten Tagen in den Einsatzbesprechungen konkretisiert.

Was Eltern und Großeltern jetzt wissen müssen

Viele Familien sitzen am Küchentisch und diskutieren. Soll man die Kinder gehen lassen? Soll man selbst mitgehen? Was, wenn es eskaliert?

Die Organisatoren raten zu Transparenz. Wer mitgeht, soll die Eltern informieren, Treffpunkte teilen und bei den offiziellen Anmeldungen bleiben. Die Initiative selbst organisiert in den fünf Hauptstädten Ordner und Ansprechpartner. In den anderen Städten liegt die Verantwortung bei den lokalen Gruppen.

Für die ältere Generation ist es oft schwer nachvollziehbar, warum die Jugend so wütend ist. Die Schulen sind doch besser als vor 40 Jahren, die Möglichkeiten größer. Doch die jungen Menschen erleben eine andere Realität: ständige Unsicherheit, steigende Kosten, klimabedingte Zukunftsangst und das Gefühl, dass die großen Entscheidungen ohne sie getroffen werden.

Ein Vater aus Köln, der seine 16-jährige Tochter begleiten will, sagte in einem Interview: „Ich war selbst 1968 und 1980er auf der Straße. Wenn meine Tochter jetzt das gleiche tut, dann unterstütze ich sie – solange es friedlich bleibt. Gewalt würde ich nicht mitmachen.“

Die Rolle der sozialen Medien

Ohne TikTok, Instagram und Telegram wäre diese Mobilisierung in dieser Geschwindigkeit unmöglich gewesen. Die Initiative nutzt kurze Videos, in denen Jugendliche direkt in die Kamera sprechen. Die Reichweite ist enorm. Innerhalb weniger Tage erreichten die Aufrufe Millionen von Views.

Gleichzeitig ist das Netz auch der Ort, an dem radikale Stimmen versuchen, die Proteste zu instrumentalisieren. Videos mit Aufrufen zu Gewalt kursieren. Die Organisatoren und die Behörden beobachten diese Kanäle genau. Die Distanzierung von Gewalt ist deshalb nicht nur eine moralische, sondern auch eine strategische Entscheidung.

Blick auf die Städte im Detail

In Berlin wird der größte Zulauf erwartet. Der Treffpunkt liegt voraussichtlich in der Nähe des Brandenburger Tors oder am Alexanderplatz – die genaue Route wird noch bekannt gegeben. In Hamburg und Köln sind ähnliche zentrale Plätze geplant. In München und Frankfurt am Main rechnen die Behörden mit mehreren Tausend Teilnehmern.

In kleineren Städten wie Bielefeld, Herford oder Magdeburg sind die Zahlen niedriger, aber die Symbolkraft hoch. Wenn in 21 Städten gleichzeitig Menschen auf die Straße gehen, entsteht ein bundesweites Bild, das die Medien und die Politik nicht ignorieren können.

Die Polizei in den betroffenen Kommunen hat bereits Verstärkung angefordert. In einigen Städten werden Drohnen und mobile Kameras eingesetzt, um die Lage in Echtzeit zu überwachen. Gleichzeitig sollen die Demonstrationszüge so geführt werden, dass kritische Infrastruktur und Wohnviertel möglichst wenig betroffen sind.

Die langfristige Bedeutung

Unabhängig davon, wie der 31. Oktober ausgeht, hat die Bewegung bereits etwas erreicht: Die Themen Bildung, Wohnen, Wehrpflicht und Zukunftsangst der Jugend stehen wieder im Zentrum der öffentlichen Debatte. Die Bundesschülerkonferenz, lokale Schülervertretungen und sogar Teile der Gewerkschaften haben sich solidarisieren.

Ob daraus eine dauerhafte Organisation wird, bleibt offen. Viele Jugendbewegungen der Vergangenheit sind nach dem ersten großen Tag wieder eingeschlafen. Andere haben die Politik nachhaltig verändert. Die Organisatoren von „Gen Z regelt“ wollen Letzteres. Sie sprechen von einem „Anfang“ und planen bereits weitere Aktionen.

Für die deutsche Gesellschaft ist das eine Herausforderung und eine Chance zugleich. Eine Herausforderung, weil große Demonstrationen immer Risiken bergen. Eine Chance, weil die Jugend ihre Stimme erhebt und konkrete, alltagsnahe Forderungen stellt, die sich nicht einfach aussitzen lassen.

Am Abend des 31. Oktober werden die ersten Bilanzierungen kommen. Wie viele Menschen waren wirklich da? Gab es Zwischenfälle? Wie haben Politik und Medien reagiert? Und vor allem: Fühlt sich die Generation Z gehört?

Bis dahin bleibt die Spannung. Mehr als 25.000 Anmeldungen sind keine Garantie für 25.000 Teilnehmer – aber sie sind ein starkes Signal. Die Jugend hat sich organisiert. Sie hat ein Datum, ein Motto und klare Forderungen. Jetzt wird sich zeigen, ob die ältere Generation zuhört oder wegschaut.

Die Geschichte der deutschen Protestbewegungen ist voll von solchen Momenten. Manche verpuffen. Andere werden zu Wendepunkten. Der 31. Oktober 2026 könnte einer davon werden – oder auch nicht. Das entscheiden die Menschen, die an diesem Samstag ab 14 Uhr in 21 Städten auf die Straße gehen.

Für Eltern, Großeltern, Lehrer und Politiker gilt: Schaut hin. Hört zu. Und lasst die Jugendlichen wissen, dass ihre Zukunft nicht allein ihre Angelegenheit ist – sondern die der gesamten Gesellschaft.

Die Alltagsrealität hinter den Forderungen

Um zu verstehen, warum so viele junge Menschen jetzt mobilisieren, muss man den Blick in die Klassenzimmer und Wohnheime richten. In vielen Bundesländern fehlen Tausende Lehrer. Vertretungsstunden sind die Regel, nicht die Ausnahme. Sanierungsstaus an Schulen belaufen sich auf Milliarden. Toiletten ohne Papier, undichte Dächer, fehlende digitale Ausstattung – das ist der Alltag vieler Schülerinnen und Schüler.

Gleichzeitig steigen die Kosten für das Leben. Ein WG-Zimmer in Berlin oder München kostet oft mehr als 500 oder 600 Euro. Studierende jobben neben dem Studium, um über die Runden zu kommen. Die psychische Belastung nimmt zu. Die Wartezeiten für Therapieplätze sind so lang, dass viele Jugendliche aufgeben oder private Angebote suchen, die sie sich nicht leisten können.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Diskussion um die Wehrpflicht wie ein zusätzlicher Schlag. Die Musterungen für den Jahrgang 2008 haben bereits begonnen. Viele 17- und 18-Jährige fühlen sich überrumpelt. „Ich will studieren, nicht schießen lernen“, ist ein Satz, den man in den Kommentaren immer wieder liest.

Die Initiative „Gen Z regelt“ greift genau diese Erfahrungen auf und macht sie politisch. Sie verlangt nicht das Unmögliche, sondern Investitionen in die Bereiche, die das tägliche Leben der jungen Generation bestimmen: Bildung, Gesundheit, bezahlbares Wohnen und Klimaschutz.

Sicherheitslage und mögliche Szenarien

Die Behörden rechnen mit verschiedenen Szenarien. Das Best-Case-Szenario: friedliche, gut organisierte Demonstrationen mit klaren Ansprechpartnern und ohne Zwischenfälle. Das Worst-Case-Szenario: Unterwanderung durch gewaltbereite Gruppen, Pyrotechnik, Angriffe auf Polizei oder Geschäfte – besonders in der Halloween-Nacht.

Um Letzteres zu verhindern, setzen die Sicherheitskräfte auf frühzeitige Kommunikation, sichtbare Präsenz und schnelle Intervention bei ersten Anzeichen von Eskalation. Gleichzeitig soll das Versammlungsrecht gewahrt bleiben. Das ist eine Gratwanderung, die in den vergangenen Jahren bei anderen Großereignissen mal besser, mal schlechter gelungen ist.

In den sozialen Medien wird bereits über mögliche „Störer“ diskutiert. Die Organisatoren fordern ihre Anhänger auf, sich von solchen Gruppen zu distanzieren und bei Problemen die Ordner oder die Polizei zu informieren. Ob das in der Praxis funktioniert, wird der Tag zeigen.

Ein europäischer Kontext

Die deutschen Proteste stehen nicht isoliert da. In Frankreich begannen die Schülerstreiks mit dem Thema marode Schulen und weiteten sich schnell auf Lebenshaltungskosten und soziale Ungleichheit aus. In Italien und Belgien gab es ähnliche Mobilisierungen. Die deutschen Jugendlichen sehen sich als Teil dieser Welle.

Das macht die Sache für die Politik komplizierter. Eine rein nationale Antwort reicht nicht mehr. Die Themen Bildung und Zukunftsangst der Jugend sind europäisch. Wer sie ignoriert, riskiert, dass sich der Unmut weiter aufstaut.

Gleichzeitig bietet der europäische Bezug auch eine Chance. Wenn junge Menschen grenzüberschreitend solidarisieren, entsteht ein neues Verständnis von gemeinsamer Verantwortung. Das kann langfristig die europäische Idee stärken – oder, wenn es in Gewalt umschlägt, beschädigen.

Der 31. Oktober wird also nicht nur ein deutscher, sondern auch ein europäischer Testfall sein. Die Welt wird hinschauen, wie Deutschland mit seiner Jugend umgeht.

Am Ende bleibt die einfache Frage: Hört die Gesellschaft den jungen Menschen zu – oder muss sie erst laut werden, damit man sie wahrnimmt? Die Antwort wird am Samstag ab 14 Uhr in 21 Städten gegeben.

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