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Millionen-Skandal bei der Volkssolidarität: Bosse kassierten ab – Geld für Senioren und Kinder verschwunden?

Es ist ein Skandal, der viele Senioren und Familien in Sachsen-Anhalt und Nordthüringen zutiefst empört. Die Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser soll sich um Kinder, Pflegebedürftige und ältere Menschen kümmern. Doch seit zwei Jahren ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle gegen drei Spitzenfunktionäre des Verbands wegen des Verdachts der besonders schweren Untreue. Der Vorwurf: Sie sollen sich über Jahre hinweg mit überhöhten Gehältern selbst bedient und damit einen Schaden von mindestens zwei Millionen Euro verursacht haben – Geld, das eigentlich für Kitas, Pflege und Senioren gedacht war.

Heute, am 29. Oktober 2026, macht BILD erneut auf den Fall aufmerksam. Der Schaden droht zu verjähren. Und der Verband selbst scheint wenig Interesse daran zu haben, die Millionen zurückzuholen. Einer der Beschuldigten steht sogar weiterhin im Impressum als Vorstand.

Viele ältere Menschen in der Region fragen sich jetzt: „Wo ist unser Geld geblieben?“

In den Wohnküchen von Querfurt, in den Seniorenwohnanlagen des Saalekreises und in den kleinen Orten des Kyffhäuserkreises ist der Name Volkssolidarität seit Jahrzehnten ein Begriff. Man kennt die grünen und weißen Fahrzeuge des Menüservice, man kennt die Erzieherinnen, die die Kinder abholen, man kennt die Pflegerinnen, die morgens kommen und abends noch einmal nachschauen. Gerade für ältere Menschen, deren Kinder in anderen Bundesländern oder sogar im Ausland leben, war und ist diese Organisation oft die einzige verlässliche Stütze im Alltag.

Umso tiefer sitzt der Schock, wenn ausgerechnet die Führungsebene unter dem Verdacht steht, sich selbst bedient zu haben.

Was die Volkssolidarität eigentlich sein sollte

Die Volkssolidarität ist einer der großen Wohlfahrtsverbände in Ostdeutschland. Der Kreisverband Saale-Kyffhäuser betreibt Kindertagesstätten, Horte, Jugendeinrichtungen, Pflegedienste, betreutes Wohnen und sogar einen Menüservice. Rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um Tausende Menschen – von den Kleinsten bis zu den Ältesten.

Für viele Senioren in Querfurt, dem Saalekreis und dem Kyffhäuserkreis ist die Organisation ein vertrauter Name. Hier bekommt man Hilfe im Alltag, hier werden Essen geliefert, hier gibt es Betreuung. Gerade ältere Menschen, die allein leben oder deren Kinder weit weg wohnen, verlassen sich auf diese Strukturen.

Umso größer ist der Vertrauensbruch, wenn ausgerechnet die Führungsebene unter Verdacht gerät, sich persönlich bereichert zu haben. In den Dörfern und Kleinstädten der Region ist das Thema inzwischen in fast jeder Küche Gesprächsstoff. Die Leute kennen die Fahrer des Menüservice, sie kennen die Erzieherinnen, sie kennen die Pflegerinnen. Und sie fragen sich, ob das alles noch stimmt, was man ihnen jahrelang erzählt hat.

„Ich habe 40 Jahre gearbeitet und immer gedacht, solche Organisationen sind für uns da“, sagt eine 68-jährige Rentnerin aus dem Saalekreis, die anonym bleiben möchte. „Jetzt höre ich, dass die Bosse sich Millionen in die Tasche gesteckt haben sollen. Das macht mich wütend und traurig zugleich.“

Ein 75-jähriger Mann aus dem Kyffhäuserkreis, der seit Jahren den Menüservice nutzt, formuliert es noch schärfer: „Die kommen jeden Tag und bringen mir das Essen. Ich bin dankbar dafür. Aber wenn ich jetzt höre, dass oben Millionen verschwunden sein sollen, dann frage ich mich: Hätte ich vielleicht bessere Betreuung bekommen können? Hätten mehr Stunden möglich sein können?“

„Wir zahlen Beiträge, wir spenden, wir vertrauen – und dann das.“

So oder ähnlich äußern sich derzeit viele Betroffene in der Region. Die Empörung ist groß. Und sie wächst, je länger der Fall ungelöst bleibt.

Die Volkssolidarität hat in Ostdeutschland eine besondere Geschichte. Nach der Wende war sie für viele Menschen ein Stück Kontinuität und Verlässlichkeit. In einer Zeit, in der vieles zusammenbrach, blieben die sozialen Strukturen oft die einzigen, die noch funktionierten. Gerade ältere Menschen haben diesem Verband deshalb ein besonderes Vertrauen entgegengebracht. Dieses Vertrauen ist jetzt erschüttert.

Senioren warten auf den Menüservice der Volkssolidarität
Viele Senioren verlassen sich auf den Menüservice – und fragen sich jetzt, wo das Geld geblieben ist.

Die Razzia und die drei Beschuldigten

Im November 2024 schlugen die Ermittler zu. Acht Objekte im Saalekreis wurden durchsucht – Büros und Wohnungen. Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen den Vorstandsvorsitzenden, seinen Stellvertreter und die Prokuristin. Der Vorwurf lautet Untreue in einem besonders schweren Fall.

Nach Angaben der Behörden sollen die drei dafür gesorgt haben, dass die Prokuristin und ein mittlerweile verstorbener Geschäftsführer zwischen 2019 und 2024 deutlich überhöhte Gehälter erhielten. Der Schaden wird auf mindestens zwei Millionen Euro beziffert.

Die Zahlungen seien über ein komplexes Geflecht aus Vereinen und gemeinnützigen GmbHs verschleiert worden. Ein Teil des Geldes soll sogar von einem Kita-Träger gekommen sein – also aus Mitteln, die eigentlich für die Betreuung von Kindern bestimmt waren.

Die Ermittlungen laufen seither weiter. Zwei Jahre später ist immer noch kein Ende in Sicht. Und einer der Beschuldigten steht weiterhin als Vorstand im Impressum des Verbands. Das sorgt für zusätzlichen Ärger.

Für viele Menschen in der Region ist genau dieser Punkt unerklärlich. „Wie kann jemand, gegen den so schwerwiegende Vorwürfe erhoben werden, weiter in der Führung stehen?“, fragt ein 74-jähriger ehemaliger Betriebsrat aus Querfurt. „In der normalen Arbeitswelt wäre das undenkbar. Da wäre man sofort freigestellt.“

Die Staatsanwaltschaft hält sich mit Details zurück. Doch die Tatsache, dass die Ermittlungen so lange dauern und gleichzeitig einer der Beschuldigten weiter im Amt zu sein scheint, nährt den Eindruck, dass hier etwas nicht stimmt.

Gebäude und Fahrzeuge der Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser
Die Einrichtungen der Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser stehen im Fokus der Ermittlungen.

Ein lokaler Politiker, der anonym bleiben will, sagt: „Es gibt den Eindruck, dass man den Fall aussitzen will. Zwei Jahre Ermittlungen, und einer der Beschuldigten steht immer noch im Impressum. Das sendet ein fatales Signal.“

Wie die mutmaßliche Selbstbedienung funktioniert haben soll

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll das System so funktioniert haben: Überhöhte Gehälter wurden nicht offen ausgezahlt, sondern über verschiedene Gesellschaften und Vereine geleitet. So wurde die tatsächliche Höhe der Bezüge verschleiert.

Die Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser besteht aus einem ganzen Netzwerk von Vereinen und GmbHs. Diese Struktur macht die Kontrolle schwierig. Genau das soll ausgenutzt worden sein.

Ein Beispiel: Gelder, die eigentlich für die Kita-Arbeit bestimmt waren, sollen umgeleitet und als Gehalt an die Führungsebene geflossen sein. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen, die oft unter schwierigen Bedingungen arbeiten, ist das ein Schlag ins Gesicht.

„Die Erzieherinnen und Pflegerinnen kämpfen jeden Tag um jede Stunde und jeden Euro – und oben wird kassiert?“ So formuliert es eine langjährige Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte. Viele im Verband sind wütend und enttäuscht.

In den Kitas und Pflegeeinrichtungen der Region herrscht ohnehin oft knappes Personal. Die Arbeit ist anstrengend, die Bezahlung für die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bescheiden. Wenn dann die Führungsebene mit überhöhten Gehältern in Verbindung gebracht wird, fühlen sich viele betrogen.

Ein ehemaliger Mitarbeiter, der mehrere Jahre in der Verwaltung gearbeitet hat, berichtet von einem Gefühl der Ohnmacht: „Man hat gesehen, dass oben Entscheidungen getroffen wurden, die man nicht nachvollziehen konnte. Aber als einfacher Angestellter konnte man nichts machen. Die Strukturen sind undurchsichtig. Es gibt Vereine, GmbHs, Untergesellschaften – wer soll da noch den Überblick behalten?“

Genau diese Undurchsichtigkeit scheint das zentrale Problem zu sein. Ein Geflecht aus Vereinen und GmbHs, das für Außenstehende kaum zu durchschauen ist – und das angeblich genutzt wurde, um Gehaltszahlungen zu verschleiern.

Experten für gemeinnütziges Recht weisen darauf hin, dass solche Strukturen in der Wohlfahrtspflege durchaus üblich sind. Sie ermöglichen Flexibilität, schaffen aber auch Schlupflöcher. „Wenn die Kontrolle fehlt und die Führungspersonen gleichzeitig in mehreren Gesellschaften Funktionen haben, entsteht ein klassisches Risiko“, erklärt ein Jurist aus Halle, der ähnliche Fälle kennt.

Was das für Senioren und Kinder bedeutet

Zwei Millionen Euro. Das ist keine abstrakte Zahl. Das sind Mittel, die für die Betreuung von Kindern, für die Pflege älterer Menschen und für die Unterstützung Hilfsbedürftiger hätten verwendet werden können.

In einer Region, in der viele Rentner mit knappen Einkommen auskommen müssen und in der der Fachkräftemangel in der Pflege und in den Kitas groß ist, wiegt ein solcher Verlust besonders schwer.

Senioren, die auf den Menüservice angewiesen sind, Eltern, die auf einen Kita-Platz warten, Pflegebedürftige, die zu Hause betreut werden – sie alle sind die Leidtragenden, wenn Geld in der Führungsebene versickert.

Die Volkssolidarität hat auf ihrer Homepage erklärt, dass die neue Geschäftsleitung eine interne Untersuchung eingeleitet habe. Doch von einer Rückforderung der Millionen ist bisher wenig zu hören. Im Gegenteil: Der heutige BILD-Bericht legt nahe, dass der Verband die Millionen offenbar nicht zurückholen will. Und der Schaden droht zu verjähren.

Für viele ältere Menschen ist das der eigentliche Skandal. „Nicht nur, dass das Geld weg ist – es wird auch nicht zurückgeholt“, sagt eine 71-jährige Frau aus dem Kyffhäuserkreis. „Das ist, als würde man einem Dieb sagen: Behalt es ruhig.“

In den Seniorenwohnanlagen und bei den Hausbesuchen der Pflegedienste wird das Thema heiß diskutiert. Viele fühlen sich ohnmächtig. Sie haben ihr Leben lang gearbeitet, Beiträge gezahlt und gehofft, dass es im Alter eine verlässliche Unterstützung gibt. Nun müssen sie mit ansehen, wie Millionen, die für sie gedacht waren, unter Verdacht stehen, in private Taschen geflossen zu sein.

Eine 69-jährige Frau, die ihre pflegebedürftige Mutter zu Hause betreut und Unterstützung durch die Volkssolidarität erhält, sagt: „Wir kämpfen um jede Stunde. Jede zusätzliche Stunde Betreuung würde uns helfen. Und dann höre ich, dass zwei Millionen Euro weg sein sollen. Das ist bitter.“

Auch bei den Eltern der Kita-Kinder ist die Stimmung gereizt. „Wir zahlen Elternbeiträge, die Kommune gibt Geld, und dann soll ein Teil davon in überhöhte Gehälter der Führung geflossen sein?“, fragt eine Mutter. „Das ist ein absoluter Vertrauensbruch.“

Warum der Verband die Millionen nicht zurückfordert

Das ist der Punkt, der viele besonders empört. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Schaden ist beziffert. Und doch scheint der Verband selbst wenig Interesse an einer Rückforderung zu haben.

Rechtlich ist die Situation kompliziert. Verjährungsfristen laufen. Wenn der Verband nicht selbst aktiv wird und Schadensersatz fordert, könnte das Geld endgültig verloren sein.

Kritiker fragen: Warum wird hier so zögerlich gehandelt? Geht es darum, den eigenen Ruf zu schützen? Oder gibt es andere Gründe?

Die Antwort bleibt bisher aus. Der Verband hält sich bedeckt. Und so wächst der Unmut in der Bevölkerung.

Ein Anwalt aus Halle, der sich mit ähnlichen Fällen beschäftigt hat, erklärt die Problematik so: „Bei gemeinnützigen Organisationen ist die Frage der Rückforderung oft heikel. Es gibt interne Machtverhältnisse, es gibt Angst vor weiterer öffentlicher Aufmerksamkeit, und es gibt die Hoffnung, dass der Fall irgendwann in der Versenkung verschwindet. Doch für die Betroffenen ist das unerträglich.“

Genau diese Hoffnung auf das Verschwinden scheint im Fall der Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser nicht aufzugehen. Die heutige Berichterstattung von BILD hat den Fall wieder in die Öffentlichkeit gebracht. Und die Frage nach dem Geld bleibt.

In den sozialen Medien und in den Kommentarspalten der regionalen Zeitungen wird bereits heftig diskutiert. Viele fordern, dass der Verband endlich aktiv wird und das Geld zurückholt – oder zumindest öffentlich erklärt, warum er es nicht tut.

Stimmen aus der Region – Alltag zwischen Wut und Ohnmacht

In Querfurt und Umgebung sprechen die Menschen offen über den Fall. Eine 72-jährige Rentnerin, die seit Jahren den Menüservice der Volkssolidarität nutzt, sagt: „Ich habe immer gedacht, das ist eine seriöse Organisation. Jetzt weiß ich nicht mehr, wem ich noch trauen soll. Jeden Tag kommt der Wagen und bringt mir das Essen. Und ich denke: Ist das Geld, das dafür da sein sollte, wirklich angekommen?“

Ein Vater von zwei Kindern, deren Kita von der Volkssolidarität betrieben wird, ist ebenfalls entsetzt: „Wenn das stimmt, was die Staatsanwaltschaft sagt, dann ist das ein absoluter Vertrauensbruch. Die Leute, die sich um unsere Kinder kümmern sollen, stecken sich das Geld in die eigene Tasche? Das kann doch nicht wahr sein.“

Auch unter den Mitarbeitern brodelt es. Viele fühlen sich in Misskredit gebracht, obwohl sie selbst nichts mit den Vorwürfen zu tun haben. „Wir machen unsere Arbeit und werden jetzt mit diesem Skandal in Verbindung gebracht“, klagt eine Pflegerin. „Die Leute schauen uns anders an. Manche trauen sich nicht mehr, Fragen zu stellen. Das ist ungerecht gegenüber allen, die ehrlich arbeiten.“

In den örtlichen Cafés und auf den Wochenmärkten ist der Fall ein Dauerthema. Die Menschen tauschen sich aus, spekulieren, ärgern sich. „Früher hat man den Wohlfahrtsverbänden vertraut“, sagt ein 69-jähriger ehemaliger Lehrer. „Heute fragt man sich bei jedem Euro, der fließt: Kommt der wirklich an, wo er hin soll?“

Diese Verunsicherung ist vielleicht der größte Schaden, den der Fall anrichtet. Denn Vertrauen, einmal verloren, ist schwer wiederherzustellen.

Eine Gruppe älterer Damen, die sich regelmäßig in einem Seniorentreff treffen, spricht offen darüber. „Wir haben alle unser Leben lang gearbeitet“, sagt eine von ihnen. „Wir haben Beiträge gezahlt, wir haben gespendet, wenn wir konnten. Und jetzt das. Man fühlt sich verarscht.“

Die anderen nicken. Es ist eine Mischung aus Wut, Enttäuschung und einem Gefühl der Ohnmacht, das viele in der Region derzeit verbindet.

Was die Justiz jetzt tut – und was nicht

Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt weiter. Ob und wann es zu Anklagen kommt, ist noch unklar. Zwei Jahre nach der Razzia gibt es noch kein abschließendes Ergebnis.

Gleichzeitig läuft die Uhr. Verjährungsfristen könnten den Fall irgendwann beenden, ohne dass das Geld zurückgeflossen ist.

Politisch gibt es Forderungen nach mehr Kontrollrechten. Der Landesrechnungshof soll mehr Prüfrechte gegenüber Wohlfahrtsverbänden bekommen, die mit öffentlichen Geldern arbeiten. Bisher ist das nicht der Fall. Die Verbände genießen einen gewissen Schutz.

Ob das nach diesem Skandal geändert wird, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung zeigt: Solche Fälle führen oft zu Forderungen – und dann passiert wenig.

CDU-Politiker im Landtag Sachsen-Anhalt hatten bereits kurz nach der Razzia 2024 mehr Prüfrechte verlangt. Bis heute ist daraus wenig Konkretes geworden. Und so bleibt die Frage offen, wie solche Fälle in Zukunft verhindert werden können.

Für die Betroffenen in der Region ist das zu wenig. Sie wollen nicht nur Reformen in der Zukunft – sie wollen Antworten und, wenn möglich, die Rückkehr des Geldes, das ihnen und ihren Kindern und Enkeln zusteht.

Ein Kommunalpolitiker aus dem Saalekreis sagt: „Wir brauchen endlich Transparenz. Die Menschen haben ein Recht darauf zu wissen, was mit dem Geld passiert ist und ob es zurückkommt.“

Ein System, das Vertrauen braucht

Wohlfahrtsverbände wie die Volkssolidarität leben vom Vertrauen. Sie bekommen öffentliche Mittel, Spenden und Beiträge. Die Menschen verlassen sich darauf, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Wenn dieses Vertrauen erschüttert wird, leidet das gesamte System. Und in einer alternden Gesellschaft, in der immer mehr Menschen auf Hilfe angewiesen sind, ist das besonders gefährlich.

Der Fall der Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser ist kein Einzelfall. Immer wieder gibt es Berichte über Missmanagement und Selbstbedienung in sozialen Organisationen. Doch selten ist der Vorwurf so klar und der Schaden so greifbar.

Zwei Millionen Euro. Geld für Kinder und Senioren. Verschwunden in überhöhten Gehältern der Führung.

Die Ermittlungen gehen weiter. Der Verband hält sich zurück. Und die Betroffenen warten auf Antworten.

Viele Senioren in Sachsen-Anhalt und Thüringen stellen sich jetzt eine einfache Frage: Wann kommt unser Geld zurück?

Bisher gibt es darauf keine Antwort. Und je länger diese Antwort ausbleibt, desto größer wird der Schaden – nicht nur in Euro, sondern im Vertrauen der Menschen in die Institutionen, die eigentlich für sie da sein sollten.

In den Wohnzimmern der Region wird weiter darüber gesprochen. Die Fahrer des Menüservice werden freundlich begrüßt, die Erzieherinnen und Pflegerinnen weiterhin geschätzt. Doch der Schatten des Skandals liegt über allem. Und er wird erst verschwinden, wenn Klarheit herrscht – und wenn das Geld, das den Kindern und Senioren gehört, zurückkommt.

Bis dahin bleibt der Fall ein offenes Ärgernis. Ein Ärgernis, das viele ältere Menschen in Sachsen-Anhalt und Nordthüringen nicht mehr hinnehmen wollen.

Die Geschichte der Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser ist damit noch nicht zu Ende. Sie wird weitergeschrieben – von den Ermittlern, von den Medien, von den Menschen in der Region und hoffentlich auch von dem Verband selbst. Denn nur wenn Klarheit herrscht und das Geld, soweit möglich, zurückgeholt wird, kann das Vertrauen irgendwann wieder wachsen.

Bis dahin bleibt die Frage der Senioren und Familien in Sachsen-Anhalt und Nordthüringen im Raum stehen: Wann kommt unser Geld zurück?

Es ist eine Frage, die nicht nur die Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser betrifft. Es ist eine Frage an das gesamte System der Wohlfahrtspflege in Deutschland. Ein System, das auf Vertrauen angewiesen ist – und das dieses Vertrauen nicht verspielen darf.

In den Wohnzimmern und Küchen der Region wird diese Frage weiter gestellt werden. Die Menschen werden die Fahrer des Menüservice weiter begrüßen, die Erzieherinnen und Pflegerinnen weiter schätzen – und gleichzeitig den Schatten des Skandals nicht vergessen. Erst wenn es Antworten gibt und das Geld, soweit es noch möglich ist, zurückgeholt wird, kann dieser Schatten weichen.

Bis dahin bleibt der Fall ein Mahnmal dafür, was passiert, wenn Kontrolle fehlt und Vertrauen missbraucht wird. Ein Mahnmal, das die Senioren und Familien in Sachsen-Anhalt und Nordthüringen nicht mehr ignorieren wollen.

Die Zeit läuft. Die Verjährungsfristen rücken näher. Und die Menschen in der Region warten weiter auf ein klares Signal.

Quellen

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