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„Bombe reingeschmissen“: Mysteriöse Explosion erschüttert Café in Mannheim-Neckarstadt

Es war kurz nach drei Uhr morgens, als in der Mittelstraße in Mannheim-Neckarstadt-West plötzlich ein lauter Knall die Stille der Nacht zerriss. Die meisten Anwohner schliefen noch. Nur wenige Lichter brannten in den Fenstern der alten Mietshäuser. Dann krachte es. Glas zersplitterte, eine Druckwelle ging durch den Eingangsbereich eines Cafés, und Rauch zog durch die Straße.

Was in diesen Minuten geschah, beschäftigt seitdem die Mannheimer Kriminalpolizei – und wirft mehr Fragen auf, als Antworten vorliegen. Der Besitzer des Lokals, Francesco Silva, spricht klar von einem Angriff: Jemand habe die Scheibe eingeschlagen und eine „Bombe reingeschmissen“. Eine Überwachungskamera hat den Moment festgehalten. Die Aufnahmen zeigen, wie ein brennender Gegenstand, der aussieht wie ein großer Böller, durch die Eingangstür fliegt. Eine Person im Café bemerkt ihn, dreht sich um und rennt nach hinten. Dann folgt die Detonation.

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Eine Person wurde leicht verletzt und in einem Krankenhaus versorgt. Die Scheiben des Cafés zerbarsten, Scherben lagen verstreut auf dem Gehweg und der Fahrbahn. Die Polizei sperrte den Bereich ab, die Straßenbahn der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH musste vorübergehend umgeleitet werden, weil man prüfte, ob die Oberleitung beschädigt worden war. Eine Gasexplosion schlossen die Beamten aus. Die Kriminalpolizei ermittelt seither in alle Richtungen.

Die Nacht, in der es knallte

Die Mittelstraße in der Neckarstadt-West ist keine Prachtstraße. Es ist ein lebendiger, manchmal rauer Stadtteil nördlich des Neckars. Hier leben Menschen aus vielen Ländern, es gibt kleine Läden, Imbisse, Cafés und Bars, die bis in die Nacht geöffnet haben. Viele der Häuser stammen noch aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg oder wurden in den Nachkriegsjahren schnell wieder aufgebaut. Die Straßen sind eng, die Straßenbahn fährt mitten hindurch.

Gegen 3:10 Uhr am Montagmorgen, dem 26. Oktober 2026, war es in dieser Straße ungewöhnlich still. Die meisten Gäste der umliegenden Kneipen waren längst gegangen. Nur in dem betroffenen Café schien noch jemand anwesend zu sein. Dann kam der Gegenstand. Auf den Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Überwachungskamera, die der Besitzer der dpa zeigte, ist der Moment deutlich zu erkennen: Etwas Fliegendes, Brennendes. Eine Person reagiert blitzschnell und flüchtet in den hinteren Bereich. Sekunden später die Explosion.

Die Wucht war groß genug, um das Schaufenster zu zerstören und den Eingangsbereich zu verwüsten. Auf Fotos vom Einsatzort sind zahlreiche Glasscherben zu sehen, die den Gehweg und Teile der Fahrbahn bedecken. Polizeifahrzeuge mit Blaulicht standen in der Straße, Absperrband flatterte im Wind. Spurensicherer in weißen Schutzanzügen arbeiteten bei künstlichem Licht.

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Francesco Silva, der Betreiber, erfuhr erst am frühen Morgen von der Polizei von dem Vorfall. Er besitzt nach eigenen Angaben mehrere Kneipen und Cafés. „Ich bin ein friedlicher Mensch“, sagte er. Die Formulierung „Bombe reingeschmissen“ stammt von ihm. Er geht von einem gezielten Angriff aus. Ob es sich um eine selbstgebaute Sprengvorrichtung, einen besonders starken Böller oder etwas anderes handelte, wollten die Behörden zunächst nicht sagen. „Gegenstand der Ermittlungen“, hieß es lapidar.

Was die Kamera zeigte – und was sie nicht zeigte

Die Überwachungsaufnahmen sind der bisher wichtigste Hinweis. Sie beweisen, dass etwas von außen in das Lokal geworfen wurde. Sie zeigen aber nicht den Täter. Kein Gesicht, keine klare Silhouette einer Person, die den Gegenstand wirft. Nur der Moment des Einflugs und die Reaktion der Person im Inneren. Das macht die Ermittlungen schwierig. War es ein einzelner Täter? Gab es einen Hintermann? Handelte es sich um eine persönliche Fehde, um Schutzgelderpressung, um einen Streit unter Gästen oder um etwas ganz anderes?

In der Neckarstadt gibt es seit Jahren Berichte über Spannungen. Nicht immer öffentlich, oft hinter den Kulissen. Kleine Bars und Cafés sind manchmal Orte, an denen sich Konflikte zuspitzen. Die Polizei kennt das Viertel gut. Sie hat hier schon bei anderen Vorfällen ermittelt – von Schlägereien bis hin zu ernsteren Delikten. Doch ein Sprengkörper, der mitten in der Nacht durch die Tür eines Cafés fliegt, ist auch hier ungewöhnlich.

Die verletzte Person soll leichte Verletzungen erlitten haben. Genauere Angaben zum Verletzungsgrad oder zur Identität machte die Polizei nicht. Auch zur Höhe des Sachschadens schwieg man zunächst. Klar ist nur: Das Lokal war nach dem Vorfall nicht mehr normal nutzbar. Scherben, mögliche strukturelle Schäden, die Notwendigkeit der Spurensicherung – all das kostet Zeit und Geld.

Der Stadtteil und seine Geschichte

Mannheim-Neckarstadt ist ein besonderer Ort. Der Stadtteil entstand im 19. Jahrhundert, als die Industrialisierung Arbeiter aus ganz Europa anzog. Heute ist er bunt und lebendig, manchmal auch unruhig. Die Mittelstraße selbst ist eine der zentralen Achsen. Hier fährt die Straßenbahn, hier liegen Geschäfte, hier wohnen Menschen dicht beieinander.

Wer nachts durch die Neckarstadt geht, spürt die Atmosphäre. Es gibt Ecken, die einladen, und Ecken, die man eher meidet. Die Cafés und Bars sind Treffpunkte. Manche Gäste kommen seit Jahren, andere nur für eine Nacht. Der Besitzer Francesco Silva kennt das Geschäft. Er hat, wie er selbst sagte, mehrere Lokale. Solche Unternehmer wissen, dass Konflikte entstehen können – sei es mit Gästen, mit Konkurrenten oder mit ganz anderen Kreisen.

Ob der Anschlag etwas mit dem Geschäft zu tun hatte, ist offen. Die Polizei prüft alle Möglichkeiten. Das ist der Standard-Satz bei solchen Fällen, und er bedeutet in der Praxis: Man weiß es noch nicht. Zeugen werden befragt, Videoaufnahmen aus der Umgebung ausgewertet, forensische Spuren am Tatort und am möglichen Sprengkörper untersucht. Die Spurensicherung braucht Zeit. In solchen Fällen können Tage und Wochen vergehen, bevor klarere Aussagen möglich sind.

Ähnliche Vorfälle und das Gefühl der Unsicherheit

Explosionen oder Anschläge auf Gaststätten sind in Deutschland nicht alltäglich, aber auch nicht völlig unbekannt. Immer wieder gibt es Fälle, in denen Sprengkörper vor oder in Lokalen gezündet werden – oft im Zusammenhang mit dem Rotlichtmilieu, mit Schutzgelderpressung oder mit persönlichen Racheakten. In manchen Städten sprechen Ermittler von „Milieu-Delikten“. Ob das hier der Fall ist, bleibt spekulativ.

Für die Anwohner der Mittelstraße war der Knall ein Schock. Viele wachten auf, manche gingen ans Fenster, andere riefen die Polizei. Am nächsten Tag standen Menschen vor dem abgesperrten Bereich und unterhielten sich. „Das darf doch nicht wahr sein“, sagte eine ältere Frau, die seit Jahrzehnten in der Straße wohnt. „Hier leben Familien, hier spielen Kinder. Und jetzt so etwas.“ Ein jüngerer Mann meinte: „Wenn jemand wirklich eine Bombe wirft, dann ist das kein Spaß mehr. Dann ist das Krieg.“

Solche Stimmen hört man nach solchen Vorfällen immer. Sie zeigen, wie dünn das Vertrauen in die Sicherheit der eigenen Nachbarschaft werden kann. Die Polizei betont, dass man in alle Richtungen ermittelt und dass es keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr für die Öffentlichkeit gebe. Trotzdem bleibt das Gefühl: Wenn so etwas in einem Café um die Ecke passieren kann, dann kann es theoretisch überall passieren.

Die Ermittlungen und die offenen Fragen

Die Kriminalpolizei Mannheim hat die Ermittlungen übernommen. Das ist bei solchen Fällen üblich. Die Kollegen vom zuständigen Revier sichern den Tatort, die Spezialisten übernehmen die Analyse. Es wird geprüft, was genau explodiert ist. War es ein kommerzieller Böller, der besonders stark war? War es eine selbstgebaute Vorrichtung? Gab es chemische Rückstände, die auf eine bestimmte Herstellungsart hinweisen?

Auch die Frage nach dem Motiv steht im Raum. War der Angriff gegen den Besitzer gerichtet? Gegen einen bestimmten Gast? Gegen das Lokal als solches? Oder handelte es sich um einen völlig anderen Zusammenhang – etwa um eine Verwechslung oder um eine Tat aus dem Umfeld einer ganz anderen Person?

Francesco Silva selbst hält sich mit Spekulationen zurück. Er betont, friedlich zu sein. Das ist verständlich. Wer öffentlich über mögliche Feinde spricht, kann die Situation verschärfen. Gleichzeitig ist klar: Wenn jemand wirklich eine brennende Vorrichtung in ein Lokal wirft, in dem sich Menschen befinden, dann ist das kein Kavaliersdelikt. Das ist ein Angriff, der leicht hätte schwerwiegendere Folgen haben können.

Die Tatsache, dass eine Person den Gegenstand noch bemerkte und weglaufen konnte, war ein Glücksfall. Hätte niemand reagiert, wären die Verletzungen möglicherweise schwerer ausgefallen. Die leichte Verletzung der einen Person zeigt, wie nah das Ganze an einer größeren Tragödie vorbeigeschrammt ist.

Was jetzt folgt

In den nächsten Tagen und Wochen wird die Polizei versuchen, mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Zeugenaufrufe sind möglich. Videoaufnahmen aus der weiteren Umgebung – von anderen Geschäften, von Verkehrskameras, von privaten Überwachungssystemen – können entscheidend sein. Auch Handydaten und Kommunikationsverläufe können, sofern rechtlich zulässig, eine Rolle spielen.

Für den Besitzer bedeutet der Vorfall erst einmal: Schaden, Ärger, Unsicherheit. Das Lokal muss wiederhergestellt werden. Die Versicherung wird prüfen, ob und in welcher Höhe sie zahlt. Und die Frage bleibt: Kann man danach einfach weitermachen wie bisher? Oder ändert sich etwas in der Art, wie man das Geschäft führt, welche Gäste man akzeptiert, welche Sicherheitsmaßnahmen man trifft?

Für die Stadt Mannheim und besonders für die Neckarstadt ist der Fall ein weiterer Hinweis darauf, dass Konflikte in manchen Ecken der Stadt nicht nur mit Worten ausgetragen werden. Die Behörden reagieren in der Regel mit verstärkter Präsenz und intensiveren Ermittlungen. Ob das ausreicht, um solche Taten zu verhindern, ist eine andere Frage.

Am Montagvormittag lag noch immer Glas auf der Straße. Die Absperrungen waren teilweise noch zu sehen. Die Straßenbahn fuhr wieder. Das Leben ging weiter. Aber in den Gesprächen der Menschen in der Mittelstraße und in den umliegenden Straßen war der Knall von 3:10 Uhr noch präsent. Manche schüttelten den Kopf. Andere fragten sich, was als Nächstes kommen könnte.

Die Polizei bittet Zeugen, die etwas gesehen oder gehört haben, sich zu melden. Jede Information, auch wenn sie zunächst unbedeutend erscheint, kann helfen. In Fällen wie diesem sind es oft die kleinen Details – ein Fahrzeug, das auffällig war, eine Person, die in der Nähe stand, ein Geräusch, das jemand bemerkt hat –, die den Durchbruch bringen.

Bis dahin bleibt der Fall offen. Eine Explosion in einem Café mitten in Mannheim. Ein brennender Gegenstand, der durch die Tür flog. Eine Person, die weglaufen konnte. Eine andere, die leicht verletzt wurde. Und viele Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt.

Die Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2026 wird in der Mittelstraße noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht als eine gewöhnliche Nacht, sondern als die Nacht, in der es knallte – und niemand genau sagen konnte, warum.

In den kommenden Tagen werden weitere Details erwartet. Die Spurensicherung arbeitet. Die Ermittler werten aus. Und die Menschen in der Neckarstadt warten darauf, dass Klarheit geschaffen wird. Denn Unsicherheit ist das Letzte, was ein Stadtteil gebrauchen kann, in dem das Leben ohnehin schon oft dicht an dicht stattfindet.

Francesco Silva hat sein Statement abgegeben. Die Polizei hat ihre Pressemitteilung veröffentlicht. Die Bilder vom Tatort sind im Umlauf. Und die Überwachungsaufnahmen zeigen, was sie zeigen: jemanden, der etwas geworfen hat, und jemanden, der noch rechtzeitig wegrennen konnte. Der Rest ist Arbeit für die Ermittler – und Stoff für die Gespräche in den Cafés und Kneipen der Stadt, die an diesem Montagmorgen etwas nachdenklicher klangen als sonst.

Was bleibt, ist das Bild der Scherben auf dem Asphalt, das Polizeiband im Wind und die Frage, die über allem schwebt: Wer hat das getan – und warum?

Der Moment der Detonation und die ersten Minuten danach

Wer die Überwachungsaufnahmen gesehen hat, beschreibt den Ablauf immer ähnlich: Der Gegenstand kommt von außen. Er brennt bereits. Eine Person im Lokal sieht ihn, erkennt die Gefahr und läuft. Dann der Knall. Die Druckwelle drückt die Luft zusammen, Glas fliegt, Möbel werden verschoben. In Sekundenbruchteilen verändert sich der Raum.

Für die Person, die flüchten konnte, war es der Unterschied zwischen einer leichten Verletzung und möglicherweise Schlimmerem. Für denjenigen, der den Gegenstand warf, war es offenbar ein kalkulierter Akt – oder ein impulsiver. Die Ermittler werden versuchen herauszufinden, ob der Täter wusste, dass noch jemand im Lokal war. Wenn ja, wäre das ein Hinweis auf besondere Rücksichtslosigkeit.

Die ersten Einsatzkräfte, die eintrafen, fanden eine Szene vor, die an andere Anschläge erinnerte, auch wenn das Ausmaß hier geringer war. Scherben, Rauch, ein verwüsteter Eingangsbereich. Die Feuerwehr prüfte, ob es noch Brandherde gab. Die Polizei sicherte den Bereich und begann mit der Suche nach Zeugen. In der Nacht sind die Straßen der Neckarstadt nicht leer, aber auch nicht voll. Es gibt Menschen, die spät nach Hause kommen, Taxifahrer, Nachtarbeiter, vereinzelte Passanten. Jeder von ihnen könnte etwas gesehen haben.

Francesco Silva und das Geschäft mit der Nacht

Francesco Silva ist kein Unbekannter in der Gastronomieszene Mannheims. Er betreibt mehrere Lokale. Das ist in der Branche nicht ungewöhnlich. Manche Unternehmer haben ein Standbein in der Innenstadt, ein weiteres in einem Stadtteil, vielleicht noch ein drittes. Die Arbeit ist hart, die Konkurrenz groß, die Margen oft klein. Wer mehrere Häuser führt, kennt die Risiken: schwierige Gäste, Schulden, Konflikte mit Lieferanten, manchmal auch mit ganz anderen Kreisen.

Als er am frühen Morgen von der Polizei informiert wurde, war der Schock groß. „Jemand hat die Scheibe eingeschlagen und eine Bombe reingeschmissen“, sagte er. Die Formulierung ist klar und direkt. Sie lässt wenig Raum für Interpretation. Für ihn handelt es sich um einen Angriff. Ob er konkrete Verdächtige hat, ob er der Polizei Namen genannt hat – das bleibt hinter den Ermittlungen verborgen. Öffentlich hält er sich zurück. Das ist klug. Wer zu früh spekuliert, kann die Arbeit der Behörden erschweren oder sich selbst in Gefahr bringen.

Die Frage, ob das Lokal in der Mittelstraße besonders im Visier war, steht im Raum. War es ein gezielter Schlag gegen Silva persönlich? Gegen dieses eine Café? Oder war es eine Tat, die eigentlich jemand anderem galt und nur zufällig hier landete? Solche Verwechslungen kommen vor. In der Nacht, unter Stress, bei schlechter Sicht, kann ein Täter die falsche Adresse erwischen.

Die Neckarstadt als Schauplatz

Die Neckarstadt-West hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Einst ein Arbeiterviertel, später ein Ort der Zuwanderung, heute ein Mix aus Alteingesessenen, Studierenden, Familien und Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben. Die Mittelstraße ist eine der Adern des Viertels. Hier pulsiert das Leben tagsüber und teilweise auch nachts.

Wer hier wohnt, kennt die Geräusche der Straßenbahn, das Stimmengewirr vor den Imbissen, die Musik aus den Bars. Man kennt auch die Schattenseiten: Gelegentliche Schlägereien, Lärmbeschwerden, das Gefühl, dass nicht alles so friedlich ist, wie es nach außen wirkt. Ein Sprengkörper, der durch die Tür eines Cafés fliegt, passt in dieses Bild und gleichzeitig nicht. Es ist eine Eskalation, die über das Übliche hinausgeht.

Anwohner berichten von dem Schock. Eine Frau, die seit über dreißig Jahren in der Nähe wohnt, sagte am nächsten Morgen: „Ich bin aufgewacht und dachte zuerst an einen Unfall. Dann hörte ich die Sirenen. Als ich ans Fenster ging, sah ich die Polizei und das Absperrband. Das macht einem Angst.“ Ein Mann mittleren Alters meinte: „Wenn so etwas hier passiert, dann fragt man sich, ob man seine Kinder noch unbesorgt auf die Straße lassen kann.“ Solche Sätze sind typisch nach Vorfällen, die die Sicherheit des eigenen Viertels in Frage stellen.

Polizeiarbeit in der Praxis

Die Kriminalpolizei arbeitet methodisch. Zuerst der Tatort: Spuren sichern, Fotos machen, Gegenstände sicherstellen, die mit der Explosion in Verbindung stehen könnten. Dann die Auswertung der Überwachungsvideos – nicht nur aus dem Café selbst, sondern aus der gesamten Umgebung. Viele Geschäfte haben Kameras. Manche sind auf die Straße gerichtet, manche auf den Eingang. Wenn der Täter zu Fuß kam oder mit dem Auto, könnte er auf einem dieser Videos zu sehen sein.

Zeugenbefragungen folgen. Wer war um 3 Uhr noch unterwegs? Wer hat etwas gehört, das vor dem Knall lag – Schritte, ein Auto, das anhielt, Stimmen? Wer kennt das Lokal und seine Gäste? Solche Gespräche dauern. Manche Menschen wollen nicht reden, aus Angst oder aus Desinteresse. Andere geben Hinweise, die sich später als wertvoll erweisen.

Die forensische Untersuchung des Sprengkörpers oder seiner Reste ist entscheidend. War es ein fertiger Böller aus dem Handel, der besonders stark war? Oder eine Eigenkonstruktion? Chemische Analysen können Hinweise auf die Herkunft der Bestandteile geben. Manchmal finden sich Fingerabdrücke oder DNA, manchmal nicht. In vielen Fällen bleibt der Täter zunächst anonym.

Mögliche Hintergründe – ohne Spekulation

Die Polizei sagt ausdrücklich, dass sie in alle Richtungen ermittelt. Das schließt persönliche Motive ebenso ein wie mögliche Verbindungen zu anderen Delikten. In der Gastronomie gibt es immer wieder Konflikte um Geld, um Schulden, um Einfluss. Es gibt auch Fälle, in denen externe Gruppen versuchen, Einfluss auf Lokale zu nehmen. Ob hiervon etwas zutrifft, ist offen. Es wäre verfrüht und falsch, jetzt schon konkrete Theorien als Tatsache darzustellen.

Was feststeht: Jemand hat einen brennenden Gegenstand in ein Café geworfen, in dem sich mindestens eine Person aufhielt. Das ist ein gefährlicher Akt. Die Tatsache, dass die Verletzungen leicht blieben, ändert nichts an der Schwere der Tat. Es hätte anders ausgehen können.

Für die Öffentlichkeit ist wichtig zu wissen, dass die Behörden den Fall ernst nehmen. Die Absperrungen, die Spurensicherung, die Öffentlichkeitsarbeit – all das zeigt, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergeht. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit. Bis der Täter gefasst ist oder zumindest klarer wird, was hinter der Tat steckt, werden viele Menschen in der Neckarstadt mit einem mulmigen Gefühl leben.

Der Tag danach und die Folgen

Am Montagmorgen sah die Mittelstraße anders aus als sonst. Die Scherben waren noch nicht alle beseitigt. Polizeifahrzeuge standen herum. Neugierige blieben stehen und machten Fotos mit dem Handy. Journalisten waren vor Ort. Der Alltag kehrte nur langsam zurück. Die Straßenbahn fuhr wieder, die Geschäfte öffneten, Menschen gingen zur Arbeit. Aber das Gesprächsthema war klar.

In den sozialen Netzwerken kursierten erste Meldungen und Spekulationen. Manche Nutzer verknüpften den Vorfall sofort mit größeren Themen – Kriminalität, Sicherheit, Migration, Politik. Andere blieben sachlich und warteten auf offizielle Informationen. Die Polizei selbst hielt sich an die Fakten: Explosion, eine verletzte Person, Ermittlungen in alle Richtungen, keine Gasexplosion.

Für Francesco Silva beginnt jetzt die Zeit der Aufräumarbeiten und der Gespräche mit Versicherungen und Behörden. Das Lokal muss wiederhergestellt werden. Möglicherweise wird es vorübergehend geschlossen bleiben. Die Frage, ob Gäste danach wiederkommen, hängt auch davon ab, wie sicher sie sich fühlen. Vertrauen ist in der Gastronomie alles. Ein Anschlag kann dieses Vertrauen beschädigen, auch wenn der Täter schnell gefasst wird.

Was bleibt

Die Explosion in der Mittelstraße ist ein Einzelfall – und gleichzeitig Teil eines größeren Bildes. In deutschen Städten gibt es immer wieder Vorfälle, bei denen Gewalt in oder vor Gaststätten eskaliert. Die meisten bleiben unterhalb der Schwelle einer Explosion. Dieser Fall hat die Schwelle überschritten.

Die Ermittlungen werden weitergehen. Vielleicht gibt es in den nächsten Tagen oder Wochen neue Erkenntnisse. Vielleicht dauert es länger. Für die Menschen in der Neckarstadt bleibt die Hoffnung, dass der Täter gefunden wird und dass so etwas nicht wieder geschieht. Für den Besitzer bleibt die Aufgabe, sein Geschäft wieder aufzubauen und gleichzeitig mit der Unsicherheit zu leben, die ein solcher Angriff hinterlässt.

Um 3:10 Uhr knallte es. Ein brennender Gegenstand flog durch die Tür. Eine Person rannte. Eine andere wurde verletzt. Die Polizei ermittelt. Und die Stadt stellt sich die Frage, die nach solchen Nächten immer gestellt wird: Wie sicher sind wir wirklich in unseren eigenen Straßen?

Die Antwort darauf wird nicht in einer Pressemitteilung stehen. Sie wird sich erst zeigen, wenn die Ermittlungen Ergebnisse bringen – und wenn das Leben in der Mittelstraße wieder so weitergeht, als wäre nichts gewesen. Bis dahin bleiben die Scherben, die Fragen und das Gefühl, dass die Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2026 eine Grenze überschritten hat.

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